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Wohnungssuche

Zwei Zimmer, etwa gleichgroß, dazu ein Wohnzimmer oder zumindest eine große Küche, zentrale Lage, hohe Decken, max. 600 warm. Mehr wollten wir doch gar nicht. Ist denn das zuviel verlangt?

In der ersten Wohnung hatten vorher zwei BWL-Studenten gewohnt, da wollten wir nicht rein. Die Zweite war cool - mit Blick auf den Park, Riesenküche und nur zwei Minuten bis zum Hörsaal. Bei der dritten Wohnung war der Vermieter ein Arsch. „Leider ist der Vermieter ein Arsch“, erzählte der Vormieter, der uns die Wohnung zeigte, „aber dafür würde ich euch meinen Herd mit Teflon-Kochfeld drin lassen.“ Wir meldeten uns bei Vermieter Nummer 2, um unsere Bewerbung zu Protokoll zu geben. „Alles klar“, sagte er, „ist notiert.“ Man würde sich melden. Wir waren beruhigt - klang doch viel versprechend! Am Abend waren wir unruhig, man hatte sich noch nicht gemeldet. „Ihr müsst hartnäckig sein, wenn ihr die Bude wirklich haben wollt“, rieten uns Freunde. Wir riefen wieder an, um nach der Heizung zu fragen. Und wie es denn aussehe mit Zusage und so. „Öl, zentral“, sagte der Vermieter. Jetzt sei er allerdings gerade unterwegs, würde sich aber melden. „Wenn ihr die Wohnung wirklich haben wollt, müsst ihr den so richtig nerven“, meinten unsere Freunde. Wir riefen wieder an. „Hören sie“, sagte der Mann, „hören sie endlich auf zu nerven und warten sie paar Tage.“ Das sei normal, meinten die Freunde, Vermieter ließen sich immer Zeit, das sei auch ihre Erfahrung gewesen. Besser nicht zu oft anrufen! Der Vormieter aus Wohnung 3 rief an, was denn jetzt wäre. Keine Ahnung, sagten wir wahrheitsgemäß, der Arsch hätte uns abgeschreckt. „Steht denn das Angebot mit dem Titan-Kochfeld noch?“, fragten wir. Aber reicht ein einziger Herd aus, um einen Arsch-Vermieter zu neutralisieren? Wir besichtigten Wohnung 4. Sie hatte kein Wohnzimmer und die Küche im Flur. „Wunderbar“, sagten wir, „wann können wir einziehen?“ So schnell ginge das nicht, meinte die Vermieterin, wir müssten uns natürlich erst bewerben. „Klar“, meinten wir wissend, das sei ja schließlich immer so. Unsere Freunde nickten – so waren auch ihre Erfahrungen. Frank, der Vormieter aus Wohnung 3, meldete sich. Das Cellophan-Feld hatte er inzwischen samt Herd bei eBay verkauft. „Aber vielleicht habt ihr ja Bock auf Konzert heute abend?“, fragte er. Wir soffen und tanzten. Am nächsten Mittag riefen wir Vermieterin 4 an, um unser Verlangen nach ihrer Wohnung kundzutun. „Da hätten Sie aber eher anrufen müssen“, sagte sie tadelnd, und ob wir denn glaubten, sie würde wirklich so lange mit ihrer Entscheidung warten? „Ihr hättet natürlich sofort hartnäckig dranbleiben müssen, ihr Dummköpfe“, tadelten uns die Freunde kopfschüttelnd. Anders bekäme man keine Wohnung, so sei jedenfalls ihre Erfahrung gewesen.

Seitdem ist eine Woche vergangen. Inzwischen wohnen wir bei Franks Eltern. Die haben eine schön ausgebaute Dachgeschosswohnung, mit Titan-Feld-Herd, rustikaler Essecke und genug Platz für drei.
15.8.06 18:56
 


bisher 5 Kommentar(e)     TrackBack-URL


lenz (17.8.06 19:01)
wie war das mit dem eigenen Stil?
Nee, im Ernst: Mit wem ziehst du denn zusammen? Oder ist das "nur" so literarische Realität und so?


Arndt / Website (19.10.06 23:35)
haha, so gelacht habe ich noch nie über wohnungssuche(nde)...
starker text


Tobias (17.11.06 13:56)
Wer ist Frank?


Henning / Website (18.11.06 16:16)
Nett geschrieben, aber vielleicht wäre es mit Wohnung 1 ja was geworden, wenn ihr nicht solche Vorurteile hättet.


Karen (19.11.06 23:24)
@lenz: Na, mit Katharina! Du bist ja wohl überhaupt nicht auf dem Laufenden!

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