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Stil-Leben

> Ein Journalist der seinen Berufsethos brav
> gelernt hat, würde mich jetzt wohl zu belehren
> versuchen, dass der Drang nach Selbstdarstellung
> nicht zu den Persönlichkeitsmerkmalen eines
> wahren Journalisten gehören könne.

Ganz im Gegenteil. Wie alle Menschen sind auch Journalisten Selbstdarsteller. Nur haben sie leider das Problem, dass sie sich eigentlich gar nicht selbst darstellen können in ihrem Beruf. Sie müssen andere und anderes darstellen, die eigene Person muss im Hintergrund bleiben. Deshalb fühlen sie sich ständig zu wenig beachtet, zu wenig wertgeschätzt, zu wenig geliebt – chronisch unterlegen. Und wahrscheinlich ist es das, was sie manchmal überkritisch, unfair, rachsüchtig und unausstehlich werden lässt.

Natürlich gibt es sie, die großen Journalisten-Ikonen, die jeder kennt, die ins Fernsehen dürfen, die zu allem etwas sagen und schreiben dürfen. Und die unverwechselbar sind. Doch sie sind die Ausnahme - auf einen Starjournalist kommen Legionen von unbekannten dpa-Meldungs-Kürzern, Blattmachern, Provinz-Pinslern und Zeilengeld-Tagelöhnern, die täglich elf Stunden in stickigen Redaktionen ihren Dienst tun, die keiner kennt, und die leider auch überhaupt nicht unverwechselbar sind. Viele haben resigniert, aber viele wollen da einfach raus: auch ins Fernsehen kommen, auch Ikone werden, endlich Geld verdienen. Und sie wollen das, was viele wollen: Etwas bleibendes schaffen, was nicht morgen schon vergessen ist. Also versuchen sie, etwas besonderes zu werden, nie dagewesene Themen auszugraben, den Lesern andere Sichtweisen zu ermöglichen, ungewohnt..., spannend!, NEU!! Und dabei hilft ihnen ein eigener Stil, schließlich soll man sie ja wiedererkennen, schließlich wollen und müssen sie sich ja abheben von dem restlichen grauen Matsch. Und wenn sie gut sind, haben sie einen guten Stil, der so gut ist, dass ihn vielleicht viele zu kopieren versuchen, es aber niemand wirklich schafft.

Das ist halt so. Wenn die Suche nach dem eigenen Stil krampfhaft wird, ist das nicht gut. Ansonsten würde ich das jetzt gar nicht beurteilen wollen, denn es ist doch eigentlich zutiefst menschlich.
9.8.06 17:35
 


bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


mathias (17.8.06 12:42)
Was willst du mir denn damit sagen?

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