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Mein Viertel kommt!

Inzwischen gilt es als In-Viertel und viele fetzige Menschen ziehen her. Früher war das anders – früher war das hier ein Arbeiterviertel. Da wohnten ganze Großfamilien zusammen in Ein-Zimmer-Wohnungen. Man arbeitete in Fabriken, man war Kommunist, heizte mit Kohlen, wärmte sich nachts an brennenden Tonnen und die Straßen waren dunkel und gefährlich. In Spielfilmen kommt dann immer Rauch aus den Gullys, aber das ist wohl überdramatisiert.

Wann genau sich ein Stadtviertel von einem Out- in ein In-Viertel wandelt, ist nicht ganz klar. Aber es gibt einige Indizien dafür: Wenn die Erdgeschossläden zu Büros umgebaut werden, wo Menschen mit stylischen Brillen an Glastischen sitzen, auf denen nichts außer einem Apple-Notebook steht. Wenn die Pinte zur Lounge wird und man statt Schmalzbrot nun Potatoe-Crisps mit Salbei-Mayonnaise bekommt. Wenn Galerien eröffnen, die aneinander geschweißte Wrackteile verkaufen und auch noch davon leben können.

Ich frage mich, wie viele Stadtviertel eigentlich noch zu In-Vierteln werden sollen. Geht nicht irgendwann der Vorrat an exzentrischen Individualisten aus? Werden die In-Viertel-Wohnungen vielleicht schon längst an nur mäßig spannende Halb-Exzentriker vermietet? Und gibt es eigentlich Stadtviertel, die wieder uncool werden und abwracken? Wo sich Speisekarten auf Erbsensuppenbasis und Ein-Euro-Schmuckläden ihren Platz zurückholen?

Einen Moment gibt es übrigens, wo die In-Viertel-Väter sagen können, „wir haben es geschafft“: Wenn nämlich ein Laden aufmacht, wo man zur Bio-Currywurst Riesling aus der Pfalz serviert.
8.12.06 14:30
 


bisher 2 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Hallo / Website (21.12.06 09:40)
Ich bin gakommen


Julia Seeliger / Website (7.3.07 11:56)
Hm,

die In-Viertelisierung.

Ich kann das Problem nachvollziehen. Da passiert etwas, was man eigentlich gut heissen könnte (BIO, Boheme), aber irgendwie dreht es einem auch den Magen um.

Bestes Beispiel: Freiburg.

Da muss ich jetzt Tocotronic zitieren: "Ich weiss nicht, warum ich Euch so hasse ... Fahrradfahrer dieser Stadt ..."

Eigentlich alles in Butter, an jeder Ecke ne Biobäckerei, linke Szene gibts auch - und das findet man dann auch wieder komisch.

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