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Kurz bevor Frankreich in Köln gegen Togo spielte,

waren Lars und ich mit dem Fahrrad in der Stadt unterwegs. Am Wegesrand tauchte ein Franzose auf und Lars rief fröhlich: „Vive la France!“ Der Franzose freute sich, machte eine leichte Verbeugung und sagte „merci!“ - „Ein nettes Volk, diese Franzosen“, befand Lars. Seitdem liebt er Frankreich, schwärmt von Paris und will dort so schnell wie möglich Urlaub machen.

Als Linker und Menschenfreund finde ich das natürlich toll. Ich liebe prinzipiell alle Menschen. Allerdings, ein bisschen sehr schnell ging das ja jetzt schon bei Lars. Hätte der Franzose ihn stattdessen als Schergen Hitlers beschimpft, sein Anwesen gebrandschatzt oder die Magd geraubt - wie würde Lars dann denken? Hätte er dann - ähnlich schnell - ein entsprechend vernichtendes Urteil über unser Nachbarland gefällt?

Anscheinend ist solche Menschenliebe oft ähnlich unreflektiert und einseitig wie Rassismus. Ein Erlebnis reicht oft, um vermeintlich allgemeingültige Urteile über eine Gruppen von Menschen zu formulieren - hinterfragt wird dagegen wenig. Wenn ein Nazi argumentiert, Finnen seien scheiße, weil er in seinem Leben drei Finnen getroffen habe und die alle scheiße gewesen wären, dann sage ich ihm, dass er aus so einer geringen Datenbasis ja wohl noch nicht solche Schlüsse treffen könne – und definitiv erstmal noch deutlich mehr Finnen kennen lernen müsse. Aber sollte ich Lars das nicht eigentlich auch sagen? Tue ich natürlich nicht, denn er denkt ja schon genauso wie ich. Aber messen wir linken Menschenfreunde da nicht mit zweierlei Maß? Hmm.
11.7.06 23:09
 


bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Tut nichts zur Sache (23.7.06 01:09)
Kurz nachdem ich den Artikel
"Kurz bevor Frankreich in Köln gegen Togo spielte," las. Dachte ich, dieser Stanlislawski ist dümmer als drei Iren.
Nun er hat sich natürlich, was dabei gedacht. Dachte wohl "Man, das wird gut". Debil grinsend, dann laut lachend saß er wohl vor seinem Laptop und fing an in die Tasten zu hacken.
Aber nicht mit mir, du Schelm.
Längst hätte er wissen müssen, dass ich als guter Gastgeber (die wir ja schließlich alles waren) sämtliche Gäste, je nach Sprachkenntis, mit einem freundlichen "Heja Sverige", "Forca Portugal", "Angola könnt' ich mich tod saufen", oder gar "God shave the Queen", begrüßte. Hätte Herr Stanislawski noch genauer hingesehen, wären ihm zwei Sachen aufgefallen. Es war nämlich nicht nur bei allen gleich philantropisch gemeint, ich stieß zudem bei allen gleich oft auf Ingnoranz. Der erste Schwede dem ich zupöbelte, antwortet freundlich aber bestimmt: "We'll gonna beat you". Die einzige Besuchergruppe die zu 100% (*) mein zuvorkommen zu schätzen wusste waren eben jene Nachbarn, die immer dieses verschwitzte Baguette unter dem Arm tragen.
Das und nur das, war der Grund für mein euphorisches, wenn auch zugegeben, fürchterlich undifferenziertes Auftreten.

(*) - 1 Franzosen nahm an diesem Feldversuch teil


Hans, du hast natürlich recht! Ich habe mich aber deshalb so echauffiert, weil du meinen Namen nicht geschickt durch ein "Lors" ersetzt hast.

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