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Journalistenkrankheit

Letztens wurde mir vorgeworfen, wir Journalisten hätten die blöde Angewohnheit, immerzu ungefragt irgendwelche unbrauchbaren Informationen unter die Leute bringen zu wollen. Dabei hatte ich nur darauf hingewiesen, dass über 55 Prozent der Isländer auch heute noch an Elfen glauben (und es dort sogar einen Elfenbeauftragten gibt, der die Wohnsitze und Wege der Elfen in einer "Landkarte der verborgenen Welt" einzeichnet). Immer müssten wir mit unserem Fakten-Wissen prahlen, hieß es. Nur weil ich erzählt hatte, dass der Buchstabe E in der deutschen Sprache mit 17 Prozent der am meisten benutzte Buchstabe ist (vor N, I, S und R). Sowas würde niemanden interessieren, ich solle mich bloß nicht so aufblasen mit meinen mühsam auswendig gelernten Sinnlos-News. Und das sagt mir jemand, der nicht mal weiß, dass die Geo-Wissenschaft seit 40 Jahren davon ausgeht, dass das weltweit verfügbare Öl nur noch für die folgenden 40 Jahre reicht (weil noch immer neue Ölfelder gefunden werden beziehungsweise aus immer minderwertigeren Ölsanden und Ölschiefern Benzin gewonnen werden kann). Die Welt sei bisher auch wunderbar ohne meine Detail-Belehrung ausgekommen, maulte man mich an. Auch jeder von euch wird 2040 mit seinem Einkommen jeweils 0,859 Rentner und 0,321 Jugendliche durchfüttern müssen, erwiderte ich den Ungläubigen gütig (im Gegensatz zu 0,428 beziehungsweise 0,381 heute).
15.4.06 19:39
 


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Katharina (1.8.06 13:50)
Letztens habe ich mich gefragt, ob jeder Journalist bemüht ist, " einen eigenen Stil" zu entwickeln- einen eigenen Stil, der ihn dann ganz unverkenntlich macht.
Eigentlich ganz klug, dachte ich mir, müssen die armen Journalisten doch immer nur über andere schreiben und nie über sich selbst.
Wie sollten sie da auch bekannt werden?
Eigentlich also ganz klug der eigene Stil.
Ein Journalist der seinen Berufsethos brav gelernt hat, würde mich jetzt wohl zu belehren versuchen, dass der Drang nach Selbstdarstellung nicht zu den Persönlichkeitsmerkmalen eines wahren Journalisten gehören könne.
Etwas merkwürdig finde ich das schon. Bietet doch gerade der Journalismus die Möglichkeit, die eigenen Gedanken in 1000facher Auflage zu verbreiten.
Kommt man also zu dem Schluss dass auch Journalisten einen Bedürfnis nach Selbstdarstellung haben, ist "der eigene Stil" dann wirklich eine kluge Lösung?
Besteht nicht gerade hierin die Gefahr, kopierbar zu werden?
Was, wenn ich nun versuchte, den Stil dieses blogs zu immitieren? Und niemand würde es merken? Wäre ich es dann, den die Leser wiederzuerkennen glaubten, oder wäre ich dann stanislwaski?
Verwirrend, nicht war?
Vielleicht wäre es doch klüger als Journalist, keinen eigenen Stil zu haben?
Zum Glück bin ich nicht Journalist. Deshalb muss ich dieses schwierige Problem heute nicht lösen.
Einen Hang zu unnützen Fakten habe ich übrigens auch nicht.
Als Politikerin brauche ich das ja auch nicht.
Aber vielleicht, dachte ich mir schon häufiger, wären einige Journalisten besser Politiker geworden.
Dann wäre das etwas einfacher, mit der Selbstdarstellung.
Ein Problem der Politiker wäre dann aber wohl, dass niemand mehr über sie schreibt.
Das mögen Politiker dann auch nicht.
Vielleicht sollten Journalisten doch Journalisten bleiben.
Und statt eines eigenen Stils, sollten sie einfach blogs besitzen.

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