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Es gibt Erlebnisse, die ein Leben verändern können.

Große, unvergessliche Momente. Sie sind selten, aber es gibt sie. Und wenn man hinterher zurückblickt, fragt man sich: "Wann habe ich sowas schonmal erlebt? Habe ich sowas überhaupt schonmal erlebt?"

Sowas wie eben: Beim Aufstehen aus dem Bett bin ich in meine Pfanne getreten. Käsenudeln waren keine mehr drin, Käsesoße dagegen recht viel. Ich hüpfte sofort ins Bad, um den Gorgonzola aus den Poren zu putzen. Schimmelkäse scheint eine besondere Kleb-Kraft zu haben.

Letztens hatte ich ein ähnliches Erlebnis. Da habe ich Tee in den Tacker gegossen. Man mag mir vorwerfen, ich hätte das extra gemacht oder erfunden, nur um des Gags willen. Außerdem seien Tee und Tacker mal wieder eine saubere Alliteration und somit sehr verdächtig, mag man sagen, denn ich könne ja eh kein anderes Stilmittel. Stimmt, aber die Geschichte stimmt trotzdem.

Na, wie auch immer, vorerst werde ich jedenfalls nicht mehr im Bett essen.
2.7.06 22:43


Am Ende eines Brotes

werden die Scheiben so klein, dass keine drei Gurkenscheiben mehr drauf passen. Blöd.
4.7.06 10:57


Im Bus

saß ich zwischen drei Frauen. Die eine fragte die andere: „Fährt der Bus LIDL?“ Die andere korrigierte: „Das heißt ‚nach LIDL’!“ Die dritte hatte ein Hemd an mit „Sprechen Sie in ganzen Sätzen - ich lese die ZEIT“ drauf. „Man sollte sich irgendwie um einen Mittelweg bemühen…“, dachte ich.
11.7.06 23:07


Kurz bevor Frankreich in Köln gegen Togo spielte,

waren Lars und ich mit dem Fahrrad in der Stadt unterwegs. Am Wegesrand tauchte ein Franzose auf und Lars rief fröhlich: „Vive la France!“ Der Franzose freute sich, machte eine leichte Verbeugung und sagte „merci!“ - „Ein nettes Volk, diese Franzosen“, befand Lars. Seitdem liebt er Frankreich, schwärmt von Paris und will dort so schnell wie möglich Urlaub machen.

Als Linker und Menschenfreund finde ich das natürlich toll. Ich liebe prinzipiell alle Menschen. Allerdings, ein bisschen sehr schnell ging das ja jetzt schon bei Lars. Hätte der Franzose ihn stattdessen als Schergen Hitlers beschimpft, sein Anwesen gebrandschatzt oder die Magd geraubt - wie würde Lars dann denken? Hätte er dann - ähnlich schnell - ein entsprechend vernichtendes Urteil über unser Nachbarland gefällt?

Anscheinend ist solche Menschenliebe oft ähnlich unreflektiert und einseitig wie Rassismus. Ein Erlebnis reicht oft, um vermeintlich allgemeingültige Urteile über eine Gruppen von Menschen zu formulieren - hinterfragt wird dagegen wenig. Wenn ein Nazi argumentiert, Finnen seien scheiße, weil er in seinem Leben drei Finnen getroffen habe und die alle scheiße gewesen wären, dann sage ich ihm, dass er aus so einer geringen Datenbasis ja wohl noch nicht solche Schlüsse treffen könne – und definitiv erstmal noch deutlich mehr Finnen kennen lernen müsse. Aber sollte ich Lars das nicht eigentlich auch sagen? Tue ich natürlich nicht, denn er denkt ja schon genauso wie ich. Aber messen wir linken Menschenfreunde da nicht mit zweierlei Maß? Hmm.
11.7.06 23:09





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