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Zwei

Entwicklungen waren damals n?tig, damit aus barbarischen H?hlenwesen ohne Tischmanieren die heutigen zivilisierten Menschen mit Profilneurose und Akne werden konnten. Zum einen mussten die Dinosaurier aussterben und zum anderen mussten die Menschen bemerken, dass sich durch Arbeitsteilung viele Arbeitsabl?ufe effizienter und output-orientierter erledigen lie?en. Seitdem teilen wir uns die Arbeit auf und jeder spezialisiert sich auf das, was er am besten kann: Jagen, sammeln, lehren, leeren, K?rbe flechten, abzocken?

Nur an einer Stelle funktioniert das nicht: Auf dem Gehweg vor dem Haus. Da muss jeder noch einzeln ran, wenn?s nachts geschneit hat. ?Hier hat die soziale Evolution versagt?, sage ich weise und kucke intellektuell ?ber den Rand meiner Brille. Jeden beschissenen Morgen muss ich raus und den schei? Schnee zur Seite schieben, damit sich kein verdammter Penner auf die Fresse legt. ?Warum teilt man nicht auch diese Arbeit unter den Bewohnern einer Stra?e auf??, frage ich. ?W?rdest du denn dann wirklich mit Freuden die ganze Stra?e frei schippen, wenn du mal dran bist damit??, fragt mich Erwin*, der alte Fuchs. ?Nat?rlich nicht?, antworte ich, ?ich kann ja andere Arbeiten ?bernehmen innerhalb der Stra?engemeinschaft, Minnesang oder politische Kaderschulung zum Beispiel.?
Wirklich, Schnee schippen ist nichts f?r mich. Ich habe n?mlich eine Stelle in der Wirbels?ule, die ich nicht biegen kann und die mir schnell weh tut, eine so genannte oder auch ?Skoliose?. Fr?her musste ich deswegen immer zur Krankengymnastik gehen und alle acht Wochen bei einem depressiven Orthop?den stundenlang im Wartezimmer sitzen, zwischen lauter Rentnern mit Gelenkrheuma. Unsch?n.

Das mit der Arbeitsteilung in unserer Stra?e wird wohl nichts. Die Nachbarn sind immer noch sauer, weil ich damals ihre B?rgerinitiative gegen eine Umgestaltung des Naherholungsgebietes (gibt es eigentlich auf Fernerholungsgebiete?) hinter unserer Siedlung verh?hnt habe. ?Setzt euch doch f?r etwas sinnvolles ein?, hatte ich ihnen damals vorgeschlagen, als sie mich f?r ihre ?Sache? gewinnen wollten. ?Zum Beispiel daf?r, dass Hundefutter, Kochb?cher und Abf?hrmittel endlich von dieser markt-feindlichen Preisbindung befreit werden. Oder dass Pinguine endlich ohne Aufnahmepr?fung Polizisten werden d?rfen.? Dann hatte ich weiter Leslie-Nielsen-Filme gekuckt und der B?rgerinitiative die T?r vor der Nase zugeschlagen. Und so muss ich wohl weiterhin morgens fr?h rausgehen und mit reichlich Streusalz den Gehweg p?keln.

* Name von der Redaktion erfunden
29.12.05 14:09





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